IG Energie-NW
Eysi Energii

Eysi Energii

Wasser – Feyr – Ärde – Luft

Vom See, vo de Bärge, vom Fäld, us em Wald, us em Bach
Nateyrlichi Energii, schpiirbaari Chraft, z Nidwalde gmacht! 

Wasser

In der Schweiz stammen knapp 60% des Stroms aus rund 500 Wasserkraftwerken, davon sind 23 in unserem Kanton Nidwalden. Die Vorteile der Wasserkraft liegen auf der Hand: erneuerbar und sauber!

Die Kraft des Wassers ist, nach dem Feuer, eine der ältesten Energiequellen, die der Mensch für sich nutzbar machen konnte. Schon vor mehreren Tausend Jahren wurde die Strömungsenergie des Wassers mit Hilfe von primitiven Wasserrädern in mechanische Energie umgewandelt. Im Laufe der Zeit entstanden Mühlen und später wurde die mechanische Energie aus der Wasserkraft für weitere Arbeiten genutzt.

Im 18. Jahrhundert entstand das erste Wasserrad aus Metall, das den Weg zur effizienten Energiegewinnung aus Wasserkraft ermöglichte. Zu Beginn der Industrialisierung gelang die Kombination von Wasserrad mit Generator, das erste Wasserkraftwerk zur Elektrizitätsherstellung war geboren. Heute kennen wir viele Formen der Nutzbarmachung der Wasserkraft, wie Kleinkraftwerke in Bächen, Laufwasserkraftwerke in Flüssen, Speicherkraftwerke mit Stauseen und Gezeitenkraftwerke am Meer. In der Schweiz werden rund 60% des Bedarfs an elektrischer Energie aus Wasserkraft gewonnen.

Im Kanton Nidwalden bestehen 23 Wasserfassungen an Fliessgewässern bzw. Stauseen und Ausgleichsbecken zur Produktion von elektrischer Energie. Der Grossteil dieser Fassungen wird vom Kantonalen Elektrizitätswerk Nidwalden (EWN) bzw. dessen Tochterfirma Kraftwerke Engelbergeraa AG (KWE) betrieben. Im oberen Teil des Einzugsgebietes der Engelberger Aa ist auch die energie wasser luzern (ewl) mit zusätzlichen Fassungen an den Obwaldner Gewässern bzw. Grenzgewässern tätig. Das Gemeindewerk Beckenried betreibt das Kraftwerk Sulzli unter der Nutzung des Wassers aus dem Lielibach, dem Mühlebachsystem sowie einiger Quellen. Die STEINAG Rozloch AG nutzt das Wasser des Melbach sowie der Engelberger Aa (Kraftwerk Hostetten) zur Stromproduktion. Daneben werden einige Kleinanlagen von privaten Betreibern geführt.

Feyr

Moderne Holzfeuerungen und Pellet-Anlagen nutzen den nachwachsenden Brennstoff Holz. Der Kanton Nidwalden verfügt über 7’750 Hektaren Waldfläche, Tendenz zunehmend – eine Energieform mit Zukunft!

Feuer ist zweifelsfrei die älteste Form der von Menschen genutzten Energie. Das Feuer, so wie wir es heute als Lagerfeuer kennen, verbreitete Licht und Wärme. Es bot auch Schutz vor wilden Tieren und Insekten. Aber schon bald lernten die Menschen, aus der Wärme weiteren Nutzen zu ziehen; die Bronze- und die Eisenzeit zeugen davon.

Erst viel später – vor knapp zweihundert Jahren – revolutionierte eine geniale Erfindung die Nutzung des Feuers: die Dampfmaschine. Danach war die Entwicklung nicht mehr aufzuhalten, aus der relativ einfachen Dampfmaschine wurden hochkomplexe Turbinen, Motoren, Triebwerke und so weiter. Aber das Grundprinzip bleibt das gleiche: durch Verbrennung – also durch Feuer – wird indirekt oder direkt Energie gewonnen.

In der heutigen Zeit steht nebst der Antriebsenergie die Wärmegewinnung im Vordergrund. Moderne Heizungen überzeugen durch ihren hohen Wirkungsgrad. Trotz interessanten technischen Fortschritten weisen aber Öl- und Gasheizungen einen grossen Nachteil auf: Sie benötigen nicht erneuerbare Ressourcen. Die Öl- und Gasfelder sind nicht unerschöpflich, die Erschliessung der Quellen wird immer aufwändiger und ist mit grossen Gefahren verbunden, wie einige Umweltkatastrophen leider deutlich zeigen.

Im Gegensatz zu Öl- und Gasheizungen verwenden Holz- und Pelletfeuerungen einheimische und nachwachsende Rohstoffe. Über 30% der Fläche der Schweiz ist bewaldet – eine gewaltige Energiereserve, die unabhängig von politischen Ereignissen und globalen Wirtschaftsfaktoren quasi vor der Haustüre zur Verfügung steht. Auch im Nidwaldner Wald wächst der Rohstoff Holz, der nicht nur als Baustoff sondern auch als Energielieferant genutzt werden kann. Gemäss dem dritten Landesforstinventar stehen im Nidwaldner Wald 2,5 Mio m3 Holz, rund 310 m3 pro Hektare. Durchschnittlich wachsen pro Tag fast 100 m3 Holz nach und genutzt werden täglich 75 m3.

Ärde

Die Geothermie (Erdwärme) bringt in der Schweiz rund 1% des gesamten Energiebedarfs. Im Kanton Nidwalden sind schon rund 400 Erdsonden- resp. Seewasser-Wärmepumpen im Einsatz.

Nicht nur die Bodenschätze, sondern auch die Erde selber ist ein gewaltiger Energiespender, der noch viele Möglichkeiten offen lässt. Eine davon ist die so genannte geothermische Energie, die unterhalb der Oberfläche der festen Erde gespeicherte Wärme. Diese Wärme stammt aus dem Zerfall natürlicher Radioisotope im Gestein der Erdkruste sowie aus dem Wärmeaustausch mit dem tiefer liegenden Erdinneren. Die Nutzung der Erdwärme wird Geothermie genannt.

In den meisten Regionen der Erde beträgt die Temperatur in einer Tiefe von 500 m etwa 25–30°C, in 1000m Tiefe etwa 35–45°C. Es gibt auch Regionen, in denen bei besonderen geologischen Bedingungen in dieser Tiefe Temperaturen von 100°C, 200°C oder sogar mehr gemessen wurden. Erdwärme ist also eine nahezu unerschöpfliche Energiequelle. Aufgrund dieser Tatsache hat die Geothermie in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen und ist zu einem Hoffnungsträger für die Energieversorgung der Zukunft geworden. Geothermische Grossanlagen wie Kraftwerke und Fernheizzentralen beziehen Erdwärme aus grosser Tiefe (bis gegen 5’000 m), während die bodennahe Geothermie mit Erdsonden in Tiefen von 100–300 m arbeitet.

Noch steht die Entwicklung am Anfang, trotzdem wurden in der Schweiz im Jahre 2006 schon mehr als 1’100 GWh geothermischer Energie erzeugt. Im gleichen Jahr waren im Kanton Nidwalden bereits 142 Erdsonden-Wärmepumpen und 180 Grund- resp. Seewasser-Wärmepumpen in Betrieb. Zahlen, die unserer Umwelt zuliebe weiter markant ansteigen sollten.

Nicht zu vergessen ist die Energiegewinnung aus organischen Abfällen und Abwässern, das so genannte Biogas. Dabei werden biogene Abfälle durch Mikroorganismen unter Sauerstoffausschluss in Biogas umgewandelt. Das so gewonnene Gas kann als Treibstoff für Verbrennungsmotoren, Heizungen und die Gewinnung von Elektrizität verwendet werden. Im Moment stammen ca. 0.3% der in der Schweiz produzierten Elektrizität aus Biogas. Dieser Wert wird dank der sehr guten Ökobilanz von Biogas weiter wachsen.

Luft

Unsere Umwelt gibt uns unerschöpfliche Energie. Mit Windkraft und Solaranlagen (nur Photovoltaik) werden in der Schweiz je ca. 80 GWH erzeugt. Der Kanton Nidwalden unterstützt die Solarenergie mit Förderbeiträgen.

Energiepolitisch darf gesagt werden: Es liegt etwas in der Luft. Damit sind Sonnen- und Windenergie angesprochen.

Die Sonne ermöglicht durch ihre wärmenden Strahlen das Leben auf der Erde. Aber erst in jüngster Zeit gelingt es, die Sonnenenergie mit Kollektoren für Wärme (Photothermik) und Solarzellen für die Elektrizität (Photovoltaik) zu nutzen. In einem Sonnenkollektor zirkuliert Wasser, das durch die Sonnenstrahlen aufgeheizt wird. Die Solarzelle hingegen verwandelt die Strahlungsenergie direkt in einen elektrischen Gleichstrom.

Obwohl schon viele kleine und einige grössere Anlagen installiert sind, liefern sie momentan nur ca. 0.04% der gesamten Stromproduktion der Schweiz. Aber das Potenzial ist bedeutend: Der Bund schätzt, dass bis im Jahr 2050 rund 20% des aktuellen Strombedarfs durch Solarenergie gedeckt werden kann. Im Bereich Wärme versorgen schon über 4'000 Anlagen ihre Besitzer mit Warmwasser. Die Vorteile der beiden Systeme liegen auf der Hand: Die Zufuhr der Grundenergie Sonne ist kostenlos, es fällt kein Abfallprodukt an, es entstehen keine Abgase und auch kein Lärm.

Die wärmenden Strahlen der Sonne bringen ebenfalls Luftschichten in Bewegung, es entsteht Wind. Was vor vielen Jahrhunderten mit einfachen Windrädern begann (meist als Windmühlen gebaut), ist heute zu grossen Windkraftanlagen zur Gewinnung von elektrischer Energie geworden. Das Prinzip ist immer noch das gleiche: die Kraft des wehenden Windes wird durch einen Rotor in eine mechanische Drehbewegung umgewandelt.

Während im Windkraft-Pionierland Deutschland schon viele grosse Windkraftanlagen zuverlässig ihren Dienst verrichten, sind hierzulande nur rund 30 kleinere Anlagen in Betrieb, die zusammen ca. 14 GWh erzeugen. Die grösste davon befindet sich auf dem Mont Crosin im Berner Jura. In der Schweiz kann sich die Windenergie also noch stark entwickeln, Prognosen des Bundes rechnen mit rund 600 GWh bis zum Jahre 2030. Die idealen Standorte sind selbstverständlich von den Windverhältnissen abhängig. Gute Verhältnisse für Windkraftwerke befinden sich in den Alpen und auf den Jurahöhen. Im Kanton Nidwalden gibt es gemäss ersten Abklärungen keine geeigneten Standorte für die Installation grosser Windkraftanlagen.

Demnächst:

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